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Ansprechpartner

Prof. Dr. Rüdiger Heicappell

Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Urologie des Asklepios Klinikums Uckermark/Schwedt

Telefon: +49 (0) 33 32 53-24 52
E-Mail: r.heicappell[at]asklepios.com

Tele-Tumorboard

Bei der Versorgung von Krebspatienten bedeutet Interdisziplinarität Qualität.

Bei der Versorgung von Krebspatienten entspricht es heute dem Standard, dass Experten aus mehreren Fachrichtungen in einem Tumorboard zusammenarbeiten. Dazu gehören Ärzte aus der Hämatoonkologie, Strahlentherapie und den entsprechenden chirurgischen Fächern, der Urologie, Gynäkologie und HNO-Medizin sowie Pathologen, Nuklearmediziner und Radiologen. In der Krebsmedizin korreliert die Qualität der Behandlung mit der Interdisziplinarität. Das Tele-Tumorboard, wie im POMERANIA- Netzwerk praktiziert, ist eine konsequente Weiterentwicklung dieser Idee.

Können in großen Krankenhäusern derartige therapeutische Konferenzen meist unproblematisch organisiert werden, da Vertreter aller beteiligten Fachdisziplinen vor Ort sind, ist dies in Räumen mit geringer Bevölkerungs- und Klinikdichte deutlich schwieriger. Mit Hilfe telemedizinischer Konferenzen können nun Entfernungen einfach überbrückt und Experten aus verschiedenen Standorten zusammengebracht werden.

Im Grunde verläuft das Tele-Tumorboard genauso wie eines in einer Klinik – mit dem einzigen Unterschied, dass nicht alle Experten in einem Raum zusammensitzen.

Erster Ansprechpartner für Patientinnen mit Brustkrebs ist der Gynäkologe, bei Patienten mit Prostatakrebs ist es der Urologe. Er koordiniert den interdisziplinären Diagnostik- und Behandlungsprozess. Um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten, ist die Behandlungskompetenz häufig in einem Organtumor-Zentrum zusammengefasst. Im Grunde verläuft das Tele-Tumorboard genauso wie eines in einer Klinik – mit dem einzigen Unterschied, dass nicht alle Experten in einem Raum zusammensitzen. Neben dem Besprechungstisch füllen zwei große Monitore an einer Wand den Raum. Die zeigen zum einen den oder die Experten am anderen Standort und zum anderen alle relevanten Informationen zum Patienten, etwa Röntgenbilder, histologische Schnitte, Labordaten, Befunde und Ähnliches. Parallel kann sich auch ein Arzt von seinem Arbeitsplatz aus in die Besprechung einwählen. So wird es möglich, allen Patienten flächendeckend eine interdisziplinäre, qualitativ hochwertige Therapie zur Verfügung zu stellen, die den neuesten Behandlungsleitlinien entspricht.

Alle Daten und Verläufe der Patienten werden automatisch im Konferenzsystem gespeichert. So entsteht eine umfassende Tumordokumentation, die die Basis für gemeinsame Therapiestudien und andere wissenschaftliche Untersuchungen sein kann.

Im Rahmen des INTERREG-Programmes ist auch das Pomeranian Prostata Cancer Board entstanden, an dem sich Internisten, Strahlentherapeuten und Urologen aus den Kliniken in Stettin, Greifswald und Schwedt beteiligen. Hier finden derzeit 14-tägliche Konferenzen statt, bei denen vier bis fünf Patienten vorgestellt und besprochen werden.