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Ansprechpartner

Dr. Christian Rosenberg

Leitender Oberarzt am Institut für Diagnostische
Radiologie und Neuroradiologie der
Universitätsmedizin Greifswald

Telefon: +49 (0) 38 34 86-69 60
E-Mail: rosenberg[at]uni-greifswald.de

Tele-Radiologie

Teleradiologie nach Röntgenverordnung und Telekonsil

Der zunehmende Kostendruck im deutschen Gesundheitswesen zwingt viele Krankenhäuser – gerade kleinere – Geld einzusparen. Diese Entwicklung gefährdet Konzepte einer dezentralen medizinischen Versorgung der Bevölkerung in einer relativ dünn besiedelten Region wie der Euroregion POMERANIA. Unter Berücksichtigung einer rückläufigen Bevölkerungsentwicklung und dem Phänomen der Landflucht wird in Deutschlands Nordosten ein nationaler Trend lediglich vorweggenommen. Die Tele-Radiologie bietet die Möglichkeit, diesen Mangel in der Flächenversorgung aufzufangen und gleichzeitig die periphere medizinische Versorgung auf ein überregionales bzw. universitäres Niveau anzuheben. Die Universitätsmedizin Greifswald übernimmt im POMERANIA-Netzwerk die telemedizinische Befundung von CTAufnahmen für die Kooperationshäuser in Bergen, Demmin, Karlsburg, Pasewalk und Ueckermünde. Primär geht es dabei um die so genannte Teleradiologie nach Röntgenverordnung (RöV). Außerhalb der regulären Dienstzeiten und am Wochenende werden die Aufnahmen vor Ort erstellt, digital nach Greifswald geschickt und dort befundet.

Der Ablauf ist klar definiert und mit den zuständigen Stellen abgestimmt. Kommt ein Patient in die Notaufnahme der peripheren Häuser, wird der Radiologe in Greifswald von einem medizintechnischen Röntgenassistenten telefonisch über den Fall informiert. In Abstimmung mit dem behandelnden Arzt klärt er nun die indizierende Fragestellung – Erfordern der Zustand des Patienten und die Symptomatik die radiologische Untersuchung? – und veranlasst gegebenenfalls die CT-Aufnahme. Diese kann vom behandelnden Arzt vor Ort nur angefordert, aber nicht durchgeführt werden; selbst die Befähigung zur Anforderung bedarf des Erwerbs von Grundkenntnissen im Strahlenschutz. Während der Untersuchung kann der Greifswalder Kollege telefonisch Anweisungen geben. Die erstellten Aufnahmen werden dann digital über geschützte Datenleitungen in die Universitätsmedizin geschickt. Hier befundet sie der Radiologe und teilt dem behandelnden Arzt vor Ort das Ergebnis zuerst telefonisch mit. Darauf kann umgehend mit der weiteren Versorgung begonnen werden. Im Anschluss wird der detaillierte schriftliche Befund erstellt und an die externe Einrichtung gesandt. Allein an Wochenenden werden die Greifswalder Radiologen auf diese Art bis zu zehnmal zu Hilfe gerufen.

Neben der Notfallversorgung nach RöV bietet die Universitätsmedizin Greifswald ihren Partnern zu den Dienstzeiten auch radiologische Konsile an. Dabei kommt dieselbe Technologie zum Einsatz, ergänzt um ein Videokonferenzsystem. Der Radiologe im Kooperationshaus stellt dann einen Patienten mit seinen CT-Aufnahmen und einem ersten Befund dem Greifswalder Kollegen vor. Dieser sieht alle Unterlagen auf seinem Monitor und kann seine Einschätzung abgeben. Diese Zweitmeinung gewinnt in der radiologischen Diagnostik zunehmend an Bedeutung, da so unklare Fälle sicher und schnell mit einem erfahrenen Experten besprochen werden können.