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Ansprechpartner

Prof. Dr. Frank Dombrowski

Direktor des Instituts für Pathologie der Universitätsmedizin Greifswald

Telefon: +49 (0) 38 34 86-57 00
E-Mail: frank.dombrowski[at]uni-greifswald.derosenberg[at]uni-greifswald.de

Dr. Thomas Decker

Chefarzt des Instituts für Pathologie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg

Telefon: +49 (0) 395 775-33 60
E-Mail: deckert[at]dbknb.derosenberg[at]uni-greifswald.de

Tele-Pathologie

Schnellschnitte und Studentenunterricht machen sich auf den elektronischen Weg.

Die Zahl der Pathologie-Institute nimmt in Deutschland kontinuierlich ab. Diese Tatsache wird über kurz oder lang zu einer zentralen Versorgung führen (müssen). Die aufwändigen Methoden und Geräte setzen auch eine gewisse Größe des leistungserbringenden Instituts voraus.

Darüber hinaus gewinnt die zunehmende Vernetzung mit anderen Disziplinen in Tumorkonferenzen an Bedeutung, in denen Pathologen wichtige Vertreter sind. Auch mittelgroße oder kleinere Krankenhäuser führen derartige Konferenzen durch, haben aber nicht immer auch einen Pathologen im Haus. All diese Herausforderungen sind im POMERANIA- Netzwerk gelöst. Im Rahmen der Tele-Pathologie erbringt das Universitätsklinikum Greifswald Leistungen für die Häuser in Bergen, Demmin, Pasewalk, Schwedt, Stralsund und Wolgast. Vor Ort sind jeweils spezielle Scannersysteme installiert, mit deren Hilfe die entnommenen Proben – geschnitten und gefärbt – digitalisiert und über eine sichere Datenleitung zur Befundung versandt werden.

Bei unklaren Fragestellungen können in Greifswald dann schnell Spezialisten aus der Pathologie, der gastrointestinalen Pathologie, der Gynäko-, Neuro- oder Hämo-Pathologie hinzugezogen werden. Auf diesem Wege sind auch interdisziplinäre Konferenzen möglich, wenn die Pathologen nicht an einem Ort sind.

Bei der Befundung von Schnellschnitten spart der elektronische Versand enorm Zeit. Und die ist immens wichtig, da das Ergebnis unmittelbare Auswirkungen auf die weitere OP hat.

Eine begleitende wissenschaftliche Studie hat belegt, dass die Richtigkeit der Tele-Schnellschnittdiagnosen genauso gut ist wie die bei einem konventionellen Vorgehen. Um die Akzeptanz für diese Methode zu erhöhen, müssen die Arbeitsplätze am Mikroskop entsprechend gestaltet sein und die Bilddaten über leistungsfähige und stabile Verbindungen verteilt werden.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg übernimmt komplett die telepathologische Versorgung des Hauses in Eberswalde. Allerdings ist dort ein Pathologe vor Ort und befundet. Er kann jedoch im Rahmen der Tele-Pathologie nicht nur auf alle Informationen im Neubrandenburger Archiv zugreifen, sondern im Zweifelsfall auch die Meinung eines Kollegen einholen.

Die Tele-Pathologie kommt in der Lehre zum Einsatz. So haben die pathologischen Institute in Greifswald, Neubrandenburg und Stettin ein Projekt zur studentischen Lehre und Weiterbildung von

Pathologen ins Leben gerufen. Auf einer Homepage sind histologische Schnitte, die im mikroskopischen Pathologieunterricht genutzt werden, hinterlegt. Die Studierenden aus Polen und Deutschland können jederzeit an jedem Ort darauf zugreifen, mit ihnen lernen und ihr Wissen erweitern.