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Ansprechpartner

PD Dr. Christian Butter

Chefarzt der Kardiologie im Herzzentrum Brandenburg, Immanuel Klinikum Bernau

Telefon: +49 (0) 33 38 69-46 11
E-Mail: c.butter@immanuel.de

Tele-Kardiologie

Bessere Versorgung von Kardio-Patienten in der Akutbehandlung und Nachsorge

Die zunehmend älter werdende Bevölkerung sowie Fortschritte in den Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden stellen auch die Kardiologie vor große Herausforderungen. So werden heute beispielsweise Patienten auch in hohem Alter mit Kathetern versorgt, die vor Jahren noch unbehandelt geblieben wären. Das bedeutet für die Betroffenen eine höhere Lebensqualität, steigert aber auch den Aufwand für die Nachsorge. In dünn besiedelten Flächenländern lassen sich zudem immer weniger kardiologische Fachärzte nieder. Entfernungen von 50 oder 60 Kilometern zum nächsten Experten sind nicht ungewöhnlich.

Diesen Mangel schließt in der Euroregion POMERANIA die Tele-Kardiologie. Dazu ist die Fachabteilung Kardiologie im Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg mit den Krankenhäusern in Schwedt und Eberswalde sowie der Universitätsmedizin Greifswald vernetzt. So können die drei Häuser eine Expertenmeinung aus dem Herzzentrum einholen. Dabei geht es in der Regel um die Frage, ob eine Intervention zum gegebenen Zeitpunkt notwendig ist und wo sie dann durchgeführt wird – vor Ort oder im Zentrum.

Die Kommunikation zwischen den Häusern verläuft über gesicherte Serververbindungen von 15 bis 100 Megabit. Dieses Netzwerk ersetzt das Brennen und Versenden von CD-ROM, was stets mit einem Zeitverzug in der Patientenversorgung verbunden ist. Der behandelnde Arzt speichert alle vorhandenen Bildinformationen – Röntgenaufnahmen, Herzkatheterfilme, Ultraschallbilder, Daten aus der Echokardiografie, der CT oder MRT – auf einem separaten Server, der nur für die Kommunikation im POMERANIA- Netzwerk zur Verfügung steht. Er ermächtigt den Kardiologen in Bernau zum einmaligen Datenzugriff und der kann die Informationen dann binnen Sekunden abrufen. Nach der Befundung diskutieren die Mediziner schließlich telefonisch die weitere Behandlung des Patienten. Künftig kann die Kommunikation beidseitig geführt werden, da das Bildarchiv dann geteilt ist. So können sich beide Ärzte gleichzeitig das Bildmaterial auf ihrem jeweiligen Monitor ansehen und sich live austauschen.

Auch die Nachsorge wird heute bereits effektiv durch die Tele-Kardiologie unterstützt. Moderne Herzschrittmacher und Defibrillatoren können Daten mit einer Kommunikationseinheit austauschen, die diese speichert und an ein Monitoring-Center übermittelt. Dort überwachen Fachkräfte die einkommenden Informationen und können bei Bedarf zeitnah intervenieren.

Die Tele-Kardiologie bietet vielfältige Vorteile. Gerade in Regionen mit wenigen Einwohnern und Fachärzten kann es gelingen, Wissen und Erfahrung an jeden beliebigen Ort zu bringen. So gewährleistet der behandelnde Arzt vor Ort die Basisversorgung, spezielle Fragestellungen stimmt er mit einem Spezialisten im Zentrum ab. Dazu können mit Hilfe zeitgemäßer Technologien auch große Mengen an Bilddaten schnell und sicher ausgetauscht werden. In der Kardiologie betrifft das speziell bewegte Bilder, die für eine fundierte Einschätzung der Situation des Patienten unerlässlich sind.

Durch den Expertenrat anhand der Tele- Kardiologie wird also die Qualität der Patientenversorgung merklich erhöht. Aber auch der behandelnde Arzt profitiert: Zum einen kann er seine Diagnose durch einen erfahrenen Spezialisten absichern, zum anderen lernt er durch den Austausch für künftige Fälle dazu.

In der Nachsorge ermöglicht die Tele- Kardiologie ein wirtschaftlicheres Arbeiten, da die Intervalle, in denen sich Patienten vorstellen, deutlich verlängert werden können. Der positive Nebeneffekt: In der gewonnenen Zeit kümmern sich die Fachärzte intensiv um akut Erkrankte.