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Ansprechpartner

PD Dr. Achim Beule

Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie der Universitätsmedizin Greifswald

Telefon: +49 (0) 38 34 86-62 80
E-Mail: achim.beule[at]uni-greifswald.de

Tele-HNO

Neuartiges Telemedizin-Netzwerk für die flächendeckende Versorgung HNO-ärztlicher Krankheitsbilder in strukturschwachen Gebieten erfolgreich gestartet

Krankheiten in dem Hals-Nasen-Ohren- Fachgebiet sind häufig und vieldeutig. Im Einzelfall können sich aus vermeintlich banalen Beschwerden rasch Krankheitsbilder mit erheblicher Beeinträchtigung oder Bedrohung entwickeln. Aus diesem Grund ist eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung notwendig. Gerade in weniger dicht besiedelten Gegenden im Nordosten der Bundesrepublik kommt es hier jedoch zunehmend zu Engpässen.

Diese Lücke schließt in der Euroregion POMERANIA ein neuartiges Telemedizin- Netzwerk für den Bereich HNO. Hier wird die telemedizinische Technologie zur Gewährleistung einer HNOfachärztlichen Versorgung, d. h. zur Verbesserung der Patientenversorgung, eingesetzt. Die Krankenhäuser in Templin, Bernau und Schwedt sind mit der Universitätsmedizin Greifswald vernetzt, um Patienten interdisziplinär und zeitnah vorstellen zu können.

Der Schwerpunkt des Netzwerkes liegt auf der konsiliarischen Notfallversorgung in der Nacht und am Wochenende. Zu diesen Zeiten erstellen die Ärzte in den Partnerkliniken Videos oder Fotos und schicken diese nach Greifswald. Dort hat der HNO-Mediziner – wenn nötig zusammen mit Ärzten anderer Fachrichtungen – auch Zugriff auf Röntgenbilder, Laborwerte sowie andere Informationen zum Patienten. Auf dieser Basis findet dann das Konsil statt, das mit einer Behandlungsempfehlung endet. Diese wird detailliert, unter Nennung aller einbezogenen Informationen schriftlich festgehalten und über das Tele-HNO-System als PDF-File an den behandelnden Arzt vor Ort zurückgeschickt. Über die weitere Versorgung des Patienten entscheidet dieser dann ausschließlich und eigenverantwortlich.

Ist parallel eine Videoleitung geschaltet, können die Fachärzte in Greifswald die Untersuchung live verfolgen, Hilfestellungen geben und sich direkt mit dem Kollegen vor Ort austauschen.

Die Tele-HNO setzt ein sehr hohes technisches Niveau der Anwendung voraus, das sich insbesondere in der Bild- und Übertragungsqualität widerspiegelt. Dazu haben die beteiligten Projektpartner einen speziellen Arbeitsturm mit hochwertigen Endoskopen entwickelt und implementiert. Die Untersuchung selbst ist jedoch auch anspruchsvoll. Um eine qualitativ gute Bilderstellung zu gewährleisten, werden die Ärzte in den beteiligten Krankenhäusern daher kontinuierlich aus- und weitergebildet.

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Nachuntersuchung konnte belegt werden, dass die Begutachtung in der Tele-HNO mit mehr als 90-prozentiger Übereinstimmung qualitativ vergleichbar ist mit der persönlichen Vorstellung beim Facharzt. Weitere diesbezügliche Untersuchungen laufen.

Mit Hilfe der Tele-HNO kann es gelingen, die Patientenversorgung qualitativ zu optimieren und die Weiterbehandlung zu beschleunigen. Gerade bei Notfällen ist es wichtig, schnell das richtige Fachwissen in die Behandlungsentscheidungen einfließen zu lassen. Die Erfahrung im POMERANIA-Telemedizin-Projekt zeigt, dass die Therapieentscheidung so etwa eine Stunde früher fallen kann. Den Patienten werden durch die Tele-HNO zudem weite Wege, Krankentransporte und Wartezeiten erspart.