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Willkommen · Witamy · Välkommen · Welcome

Vorpommern und die Region Nordbrandenburg liegen im äußersten Nordosten der Bundesrepublik Deutschland und grenzen an Polen. Die Bevölkerungsdichte in diesem Flächenstaat liegt mit 70 Einwohnern pro Quadratkilometer am unteren Rand des Möglichen (zum Vergleich: das dünnbesiedelte Oberfranken in den alten Bundesländern hat 152 Einwohner pro Quadratkilometer). Der demografische Wandel hat sich hier durch Wegzug junger Menschen, nach 1989 in der stark gefallenen Geburtenrate und fehlender Zuwanderung besonders bemerkbar gemacht.

Die medizinische Versorgung muss daher ganz neue Wege beschreiten. Während eine Basisversorgung (allgemeinmedizinische Dienste) insbesondere in den Städten der Region durchaus gegeben ist, finden hochspezialisierte Disziplinen mit geringer Arztanzahl (Radiologen, Pathologen) sowie Fächer, die hohe Investitionen in Geräte erfordern (Radiologie) kein genügend großes Einzugsgebiet, um Dienste außerhalb einer Kernzeit anbieten zu können. Kleine Krankenhäuser können z.B. radiologische Untersuchungen während der Woche im Tagdienst durchaus aufrecht erhalten. Für Untersuchungen am Wochenende oder in der Nacht gibt es dort jedoch nicht genug Patientenzahlen, um diese zu finanzieren. Ähnliches gilt für Disziplinen wie die Augenheilkunde, die Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und andere.

Telemedizin-Blog

Sich die Daseinsfürsorge etwas kosten lassen

15. März 2017,  editor - Telemedizin

http://www.mittelbayerische.de/region/kelheim/gemeinden/kelheim/ein-klinisch-teurer-gemischtwarenladen-22796-art1481809.html
http://www.pfaffenhofen.de/ilmtalklinik/
https://www.facebook.com/telepom.eu/

Die Gretchenfrage der Daseinsfürsorge stellt die „Mittelbayrische“ Prof Dr. Christian Ernst, Lehrstuhlinhaber “Ökonomik und Management sozialer Dienstleistungen“ an der Universität Hohenheim: „Können wir uns eine wohnortnahe Grundversorgung in Zukunft überhaupt noch leisten?“ Im Notfall sei man froh über eine Klinik vor Ort, aber was tun, wenn sie, wie in Kelheim, immer mehr Defizit schreiben? Die medizinische Versorgung, so wie sie staatliche Regeln definieren, solle man als Rahmen der medizinischen Daseinsvorsorge nehmen und in diesem Rahmen auch ein Defizit in Kauf nehmen, so Prof. Ernst im Interview der „Mittelbayrischen“. Dafür ein Defizit-Ziel vorzugeben ist eine Option, von der man nicht oft hört.

Wenn das Defizit partout nicht finanzierbar sei, so Prof. Ernst weiter, könne man diese Krankenhäuser in Tele-Portalkliniken umstrukturieren, mit Generalisten für die Grundversorgung und telemedizinisch andernorts konsultierten Spezialisten.

Kontakt Prof. Ernst an der Uni Hohenheim: sodienst[at]uni-hohenheim.de

Bildquelle: Claudia Hautumm / pixelio.de